Geräteprüfung nach DGUV V3 – ein Muss für jeden Betrieb!
Die Geräteprüfung nach DGUV V3 ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeitssicherheit in jedem Unternehmen, das elektrische Geräte verwendet.
Sie dienen dazu, die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und Unfälle durch defekte Geräte zu vermeiden. Dabei geht es nicht nur um große Maschinen und Anlagen, sondern auch um alltägliche Geräte wie Computer, Drucker, Kaffeemaschinen oder Werkzeuge. Jedes elektrische Gerät, das nicht fest installiert ist, muss regelmäßig auf seinen sicheren Zustand geprüft werden.
Geräteprüfungen nach DGUV V3 sind gesetzlich vorgeschrieben und dienen dem Schutz eurer Mitarbeiter und der Vermeidung von elektrischen Gefährdungen. In diesem Beitrag erfahrt ihr alles, was ihr über die DGUV V3 Prüfung wissen müsst, von den rechtlichen Grundlagen bis zur praktischen Durchführung. Wir werfen auch einen Blick auf die relevanten VDE-Normen, insbesondere die VDE 0701 und VDE 0702, die für die Prüfungen elektrischer Betriebsmittel von großer Bedeutung sind.
Hallo ihr Elektrotechniker und Handwerker! Wisst ihr, was Bohrmaschine, Kaffeemaschine und Laptop gemeinsam haben? Richtig, sie sind alle unter die Geräteprüfung nach DGUV V3 gefallen . Und genau wie wir Menschen brauchen auch diese Geräte ab und zu einem Check-up, um fit und einsatzbereit zu bleiben.
In diesem Blogbeitrag erkläre ich euch alles Wichtige rund um die Geräteprüfung nach DGUV V3 . Warum ist diese Prüfung so wichtig? Wer darf sie durchführen? Und was passiert eigentlich bei so einer Prüfung? Lass uns gehen!
Rechtliches und Praktisches
Was ist die DGUV V3 überhaupt?
Die DGUV Vorschrift 3 ist eine Unfallverhütungsvorschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Sie regelt den Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln und soll dafür sorgen, dass niemand durch Stromschläge oder andere elektrische Gefährdungen zu Schaden kommt.
Ein wichtiger Bestandteil der DGUV V3 ist die Geräteprüfung nach DGUV V3, die auch als Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel bezeichnet wird. Das sind alle Geräte, die mit Strom betrieben werden und nicht fest installiert sind. Auch alles, was einen Stecker hat und von A nach B getragen werden kann.
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Warum ist die Geräteprüfung so wichtig?
Ganz einfach: Weil sie das Leben retten kann! Defekte Elektrogeräte können zu gefährlichen Stromschlägen, Bränden oder Explosionen führen. Durch die regelmäßige DGUV V3-Prüfung werden potenzielle Gefahrenquellen erkannt und beseitigt.
Außerdem schreibt die DGUV V3 die Geräteprüfung gesetzlich vor. Als Arbeitgeber seid ihr verpflichtet, dafür zu sorgen, dass eure Mitarbeiter nur mit sicheren Geräten arbeiten. Verstöße gegen die DGUV V3 können hohe Bußgelder nach sich ziehen.
Wer darf die Geräteprüfung nach DGUV V3 durchführen?
Die Geräteprüfung darf nur von einer „befähigten Person“ durchgeführt werden. Das ist jemand, der aufgrund seiner erforderlichen fachlichen Ausbildung und Erfahrung die Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt, um die Prüfung ordnungsgemäß durchzuführen.
In der Regel handelt es sich um Elektrofachkräfte oder speziell geschulte Personen. Wichtig ist, dass die befähigte Person über die geltenden Normen und Vorschriften informiert ist und die Prüfung dokumentiert ist.
No-Gos bei der Geräteprüfung nach DGUV V3
- Prüfungen selbst durchführen ohne Qualifikation: Die Geräteprüfung nach DGUV V3 darf nur von einer „befähigten Person“ durchgeführt werden.
- Prüfungen nicht dokumentieren: Jedes geprüfte Gerät muss mit einem ordnungsgemäßen Prüfprotokoll für elektrische Anlagen versehen sein.
- Fristen überschreiten: Die Prüffristen müssen unbedingt eingehalten werden, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
- Mängel vermeiden: Festgestellte Mängel müssen umgehend behoben werden, bevor das Gerät wieder in Betrieb genommen wird.
- Falsche Normen anwenden: Achten Sie darauf, die richtigen VDE-Normen, wie VDE 0701 oder VDE 0702 , für die jeweilige Prüfung anzuwenden
Wie läuft die Geräteprüfung ab?
Bei der Geräteprüfung wird das Gerät auf verschiedene Punkte hin untersucht:
- Sichtprüfung: Die befähigte Person schaut sich das Gerät genau an und prüft es auf äußere Beschädigungen, wie zum Beispiel Risse im Gehäuse, beschädigte Kabel oder lockere Steckverbindungen.
- Funktionsprüfung: Das Gerät wird eingeschaltet und auf seine Funktionsfähigkeit geprüft. Dabei wird zum Beispiel die Leistung gemessen oder die Sicherheitseinrichtungen getestet.
- Messung des Schutzleiterwiderstands: Mit einem speziellen Messgerät wird der Widerstand des Schutzleiters gemessen. So wird sichergestellt, dass der Schutzleiter im Fehlerfall den Strom ableitet und vor einem Stromschlag schützt.
- Isolationsprüfung: Die Isolationsprüfung dient dazu, festzustellen, ob die Isolierung der stromführenden Teile in Ordnung ist. Dadurch wird verhindert, dass Strom an berührbare Teile gelangt und es zu elektrischen Gefahren kommt.
Ah, da war doch noch was jetzt geht's ans Eingemachte! Die Schutzklassen und die entsprechenden Prüfungen sind ein wichtiger Teil der Geräteprüfung nach DGUV V3. Hier ein Überblick, welche Geräte welcher Schutzklasse unter die Messung des Schutzleiterwiderstands und die Isolationsmessung fallen:
Schutzklasse 1:
- Geräte: Geräte mit Schutzleiteranschluss (geerdete Geräte). Das sind die meisten Geräte, die wir im Alltag verwenden, zB Waschmaschinen, Kühlschränke, Bohrmaschinen, Computer.
- Messung des Schutzleiterwiderstands: Ja, obligatorisch! Der Schutzleiterwiderstand muss gemessen werden, um sicherzustellen, dass der Schutzleiter im Fehlerfall den Strom sicher ableitet.
- Isolationsmessung: Ja, obligatorisch! Die Isolationsmessung prüft die Beschaffenheit der Isolierung zwischen stromführenden Teilen und dem Gehäuse.
Schutzklasse 2:
- Geräte: Geräte mit doppelter oder verstärkter Isolierung. Sie haben keinen Schutzleiteranschluss, z. B. viele Elektrowerkzeuge, Haartrockner, Rasierapparate.
- Messung des Schutzleiterwiderstands: Nein, entfällt! Da diese Geräte keinen Schutzleiteranschluss haben, ist diese Prüfung nicht erforderlich.
- Isolationsmessung: Ja, obligatorisch! Die Isolationsmessung ist hier besonders wichtig, da die doppelte Isolierung die wichtigste Schutzmaßnahme darstellt.
Schutzklasse 3:
- Geräte: Geräte mit Schutzkleinspannung (SELV). Sie arbeiten mit einer sicheren Kleinspannung, z. B. bestimmten Leuchten, Spielzeug, medizinischen Geräten.
- Messung des Schutzleiterwiderstands: Nein, entfällt! Diese Geräte haben keinen Schutzleiteranschluss.
- Isolationsmessung: Ja, aber mit besonderen Anforderungen! Hier wird die Isolationsmessung zwischen den stromführenden Teilen und dem Gehäuse mit einer höheren Prüfspannung durchgeführt.
MERKE!
- Die Messung des Schutzleiterwiderstands ist nur bei Geräten der Schutzklasse 1 erforderlich.
- Die Isolationsmessung ist bei Geräten aller Schutzklassen vorgeschrieben, jedoch mit unterschiedlichen Anforderungen.
Wichtig: Die genaue Durchführung der Prüfungen orientiert sich an den geltenden Normen und Vorschriften, insbesondere der DGUV V3, VDE 0701 und VDE 0702.
Geräteprüfung nach DGUV V3 so gehts richtig
- Regelmäßige Schulungen für befähigte Personen: Stellt sicher, dass eure Prüfpersonen immer auf dem neuesten Stand der Technik und der geltenden Vorschriften, einschließlich VDE 0701 und VDE 0702 , sind.
- Verwenden Sie nur geeignete geprüfte und kalibrierte Messgeräte für die Geräteprüfung.
- Prüfprotokolle digitalisieren: Die digitale Dokumentation erleichtert die Verwaltung und Archivierung der Prüfprotokolle für elektrische Anlagen.
- Mitarbeiter in die Geräteprüfung einbeziehen: Sensibilisiert eure Mitarbeiter für die Bedeutung der Geräteprüfung nach DGUV V3 und fordert sie auf, beschädigte Geräte zu melden.
VDE 0701 und VDE 0702: Die Normen im Detail
Neben der DGUV V3 spielen auch die VDE-Normen VDE 0701 und VDE 0702 eine wichtige Rolle bei der Geräteprüfung.
- VDE 0701: Diese Norm regelt die Prüfung elektrischer Geräte nach einer Reparatur . Sie stellen sicher, dass die Reparatur fachgerecht durchgeführt wurde und das Gerät wieder sicher betrieben werden kann.
- VDE 0702: Diese Norm, auch bekannt als DIN EN 50699, befasst sich mit der Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte. Sie legen fest, welche einzelnen Geräteprüfungen durchgeführt werden müssen und welche Prüfungen durchgeführt werden müssen.
Prüfintervalle:
Die Prüfintervalle für Geräteprüfungen nach DGUV V3 sind nicht starr festgelegt, sondern hängen von verschiedenen Faktoren ab. Hier die wichtigsten Punkte, die die Prüffristen beeinflussen:
1. Art des Geräts:
- Ortsveränderliche Geräte: Hierunter fallen Geräte, die häufig bewegt und an verschiedenen Orten eingesetzt werden, zB Bohrmaschinen, Flex, Verlängerungskabel. Diese Geräte unterliegen einer höheren Beanspruchung und müssen daher hauptsächlich geprüft werden.
- Stationäre Geräte: Geräte, die fest an einem Ort installiert sind und weniger Beanspruchung ausgesetzt sind, zB Computer, Drucker, Kühlschränke. Hier können die Prüfintervalle länger sein.
2. Umgebungsbedingungen:
- Raue Umgebungsbedingungen: Geräte, die in feuchten, staubigen oder explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, müssen unbedingt geprüft werden.
- Normale Umgebungsbedingungen: Geräte in Büros oder Wohnräumen unterliegen einer geringeren Beanspruchung und können in größeren Abständen geprüft werden.
3. Art der Besetzung:
- Häufige Benutzung: Geräte, die täglich oder mehrmals pro Woche benutzt werden, müssen unbedingt geprüft werden.
- Seltene Benutzung: Geräte, die nur gelegentlich benutzt werden, können in größeren Abständen geprüft werden.
4. Zustand des Geräts:
- Ältere Geräte: Bei älteren Geräten sind die Prüfintervalle in der Regel kürzer.
- Neue Geräte: Neue Geräte können in mehreren größeren Mengen geprüft werden.
Konkrete Beispiele für Prüfintervalle:
- Ortsveränderliche Geräte (zB auf Baustellen): alle 6 Monate
- Elektrowerkzeuge in Werkstätten: alle 12 Monate
- Computer und Bürogeräte: alle 24 Monate
MERKE!
Die genaue Festlegung der Prüfintervalle liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers bzw. der verantwortlichen Elektrofachkraft. Es ist ratsam, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und die Prüfintervalle anhand der oben genannten Faktoren festzulegen.
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Was passiert nach der DGUV V3 Prüfung?
Nach der Prüfung wird ein Prüfprotokoll für elektrische Anlagen erstellt, in dem die Ergebnisse der Prüfung dokumentiert werden. Das Prüfprotokoll muss folgende Angaben enthalten:
- Daten zum Gerät: Gerätebezeichnung, Hersteller, Typ, Seriennummer, Baujahr usw.
- Prüfdatum: Datum der letzten Prüfung
- Prüfergebnis: „bestanden“ oder „nicht bestanden“
- Mängel: Falls Mängel festgestellt wurden, müssen diese im Prüfprotokoll genau beschrieben werden.
- Name und Unterschrift der befähigten Person
Das Prüfprotokoll muss aufbewahrt werden und bei der nächsten Prüfung vorliegen.
MERKE!
Die Geräteprüfung nach DGUV V3 ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeitssicherheit. Sie schützt Ihre Mitarbeiter vor elektrischen Gefährdungen und sorgt dafür, dass sich Ihre Elektrogeräte immer in einem sicheren Zustand befinden. Nehmt die Prüfpflicht ernst und lasst eure Geräte regelmäßig überprüfen! Achten Sie dabei auf die Anwendung der korrekten Normen, wie VDE 0701 und VDE 0702, um eine umfassende und rechtskonforme Prüfung zu gewährleisten.
Habt ihr noch Fragen zum Thema Geräteprüfung nach DGUV V3? Schreibt sie gerne in die Kommentare!